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Der erste Abiturient der Schule am Alten Teichweg startet bei Olympia

Mit Schlaf kenne er sich jetzt aus, stellt Heidtmann bei einem Besuch seiner früheren Schule fest. Der 21-Jährige ist der erste Absolvent der Stadtteil- und Eliteschule des Sports am Alten Teichweg, der an Olympischen Spielen teilnimmt. In Rio de Janeiro wird der 1,95 m große Schwimmer über die 400-m-Lagen auf den Startblock steigen. „Wir drücken Jacob alle Daumen“, sagt Schulleiter Björn Lengwenus.

Am liebsten hätte der Schul-Chef am 6. August die Schule geöffnet, zum Public Viewing. Nur leider sind dann Schulferien, und viele wohl nicht da. Deshalb bleibt die Schule zu. Trotzdem sollte sich jeder Schüler, jede Schülerin und jeder Pädagoge des ATw das Datum merken und den Ehemaligen an diesem Tag am Fernseh-Gerät unterstützen.

Zwischen elf und zwölf Uhr mittags Brasilianer Ortszeit tritt der Dulsberger Abiturient (Notenschnitt 1,8) zum Vorlauf über seine Paradestrecke an. Wenn alles nach Plan läuft „dann reicht es für das Finale“, hofft Jacob. Und dann würde in den vier Lagen-Disziplinen Schmetterling, Rücken, Brust und Freistil um Edelmetall gekämpft, wenn die Zeiger der Hallenuhr exakt auf 22.30 Uhr stehen. Ob es dann für Jacob gereicht hat, der im vergangenen Jahr im russischen Kasan WM-Fünfter geworden war? „Das kann niemand vorhersehen“, gibt sich der Politik-Student vorsichtig, der nach seinem Abitur dem Dulsberg als Wohnort treu geblieben ist. Sein Ziel für Rio: „Am Ende will ich meine persönliche Bestzeit verbessert haben, nur das liegt in meiner Hand“, sagt er. Derzeit steht sein Deutscher Rekord bei 4:12,08 Min.  

Eines der größten Handikaps für Jacob ist die Zeitumstellung. Die brasilianische Weltmetropole liegt fünf Stunden hinter der deutschen Sommerzeit. Und so müsste Jacob nach Deutscher Zeit um 3.30 Uhr um die Medaillen kämpfen. Deshalb lebt und trainiert er am Olympia-Stützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein mit seiner Trainer Petra Wolfram auch schon seit etlichen Wochen nach brasilianischer Zeit.  Auf diese Weise soll sich sein Körper daran gewöhnen, zu einer ungewöhnlichen Zeit seine Topleistung abrufen zu können. Dafür war Jacob sogar im Schlaflabor, wurde durchgecheckt und bekam viele Tipps.

Seine Fans werden eine derartige Vorbereitung nicht brauchen. „An dem Tag einfach bis zum Finale feiern“, schlägt Jacob vor.

Wer mehr über Jacob Heidtmann wissen will, sollte auf seine offizielle Facebook-Seite gucken. Da wird es auch private Bilder nach dem Wettkampf geben. Und wer mag, drückt dort seine Unterstützung für unseren Olympia-Schwimmer aus.